Tourdaten      

 01.07.2018   Hoyerswerda,

Irish Pub "Black Raven"

 

04.08.2018 Rostock Gelbensande

"Waldcafe & Restaurant mit          Biergarten"

 

08.Dez.2018

Hoyerswerda, Irish Pub            "Black Raven"

 

20.Juli 2019

Hoyerswerda, "Speicher  No.1"

 

 

 

 

Album "Das Leben ist bunt"
Album "Das Leben ist bunt"
Single"Sehnsucht"
Single"Sehnsucht"
Newcomer Rock CD Vol.1
Newcomer Rock CD Vol.1

Konzertbericht 25.05.2013 in Bautzen

Ab nach Bautzen! Mit diesem Ausruf brach ich am Sonnabend in den frühen Abendstunden in unsere Kreisstadt auf. Sorgenvoll wanderte mein Blick immer wieder zum Himmel und speziell in Richtung des südlich gelegenen Lausitzer Berglandes. Ich war gewiss nicht scharf auf die von den Wetterpropheten angekündigte Regendusche. 

In Bautzen war das ganze Wochenende über das Stadtfest „Bautzener Frühling“, welches angeblich zum 1011. Mal stattfand. Man kann über die Stadt an der Spree und über handelnde Behörden, Einrichtungen, Vereine, kommerzielle Anbieter und Personen bestimmt auch viel meckern, aber ich möchte das heute an dieser Stelle nicht tun. Ganz im Gegenteil, mir ist es ein Bedürfnis, auch mal das Positive zu würdigen. Langweilig oder verschlafen ist es in Bautzen für unsereinen das ganze Jahr über nicht. Ich schaue jedenfalls auf der Suche nach der einen oder anderen Mugge seit Jahren regelmäßig in die Programme folgender Veranstaltungen und bin da schon oft fündig geworden: Kneipen-Live-Nacht im Frühjahr, Kneipers Erntedank im Herbst, lange Nacht der Museen im Juni, Wasserkunst- und Puppenspielerfest im August, Romantica-Einkaufsnacht im November, Bautzener Wenzelsmarkt (der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands). 

Beim „Bautzener Frühling“ gibt es 2 große Bühnen (auf dem Hauptmarkt und auf dem Kornmarkt) sowie eine kleinere auf dem Fleischmarkt. Man hat als Musikfan da oft die Qual der Wahl, denn es ist gar nicht ungewöhnlich, dass auf 2 Bühnen zur selben Zeit etwas Gutes läuft. Während KLARtext am Sonnabend auf dem Kornmarkt rockte, spielten zum Beispiel DIE PANIKROCKER, eine Udo L.-Coverband auf dem Hauptmarkt(die hätte ich mir auch gerne angeschaut). Manchmal habe ich den leisen Verdacht, im Kulturbüro der Stadt kennt jemand meinen Musikgeschmack, denn in den letzten Jahren spielten beispielsweise RENFT, Engerling und die KISS Forever-Band zum „Bautzener Frühling. Vielleicht sollte ich dort mal eine Wunschliste abgeben KARUSSELL, TRANSIT, WunderbunTd, Torpedo Laubegast oder AufSturz würden mir ganz gelegen kommen *g*;-). 

Auf dem Kornmarkt war trotz Wetter, Fußball und anderer Unbilden doch eine respektable Anzahl von Besuchern versammelt. Die meisten von ihnen hielten sich im rückwärtigen Bereich des Platzes an den Getränkeständen und unter den aufgespannten Sonnenschirmen auf. Der Himmel sah ja auch nicht gerade vertrauenerweckend aus. Einige Getränkehändler reagierten flexibel auf die abendliche Kühle und boten auch Glühwein an.

Kurz nach 19.00 Uhr gehörte die Bühne den 4 Männern von KLARtext. Die Jungs gingen auch gleich ordentlich zur Sache. Lakki (Gesang, Gitarren), Cäsar (Leadgitarre, Gesang), Enni (Schlagzeug) und Karsten (Bass, Gesang) trumpften mit sympathischer, natürlicher Lockerheit und reiner Spielfreude auf. KLARtext spielte an diesem Abend sehr gerne in Bautzen, das war deutlich zu sehen und zu hören. Der Sound ging im Bereich vor der Bühne voll in Ordnung. Je weiter man jedoch nach hinten ging fiel er etwas ab. Vielleicht waren die Lautsprecher, die unter dem Dach an den Traversen hingen auch einfach nur zu steil nach unten ausgerichtet. War das sehr schlimm? Nein, nicht wirklich. Gesang und Instrumente waren auch hinten deutlich zu hören. Mancher mag es ja etwas gedämpfter und ich hatte auch nicht den Eindruck, dass die Zuhörer im hinteren Bereich unzufrieden waren.

Es war an den Reaktionen des Publikums zu merken, dass die Band bei den Stadtfestbesuchern ankam. Nach den Liedern gab es doch ordentlich Beifall und es fanden sich auch immer mehr Zuhörer ein. Das motivierte das Quartett auf der Bühne natürlich zusätzlich. Ich hatte den Eindruck, dass KLARtext genau den Nerv des Publikums getroffen hatte. Die Musik der Jungs ist ja schon immer handgemacht, melodiebetont und eingängig.
Ich behaupte, dass sich einige KLARtext-Lieder sofort für längere Zeit beim Hörer festsetzen. Die aus dem Leben gegriffenen Texte sind leicht zu erfassen und auch nachvollziehbar. Beim ersten Hören bleibt da der eine oder andere Refrain schon hängen. Die famosen Gitarrensolos von "Cäsar" Gerhard Skirl vergisst man auch nicht gleich wieder. Er spielt wirklich grandiose Sachen und lässt dabei seine Klampfe wirklich singen. Klar hat sich das Klangbild von KLARtext im Laufe der Jahre, bedingt durch die Besetzungswechsel, auch etwas verändert. Aber das gereichte der Band und ihrer Musik nicht zum Nachteil. KLARtext klingt heute rockiger und noch gitarrenorientierter als in Anfangstagen. Auch die neueren Songs tragen dem Rechnung. 

Die Band hatte für das Konzert auch eine tolle Setlist zusammengestellt. Kurz und vereinfacht könnte man sagen, dass das Programm aus eigenen Liedern, Songs von Gerhard Gundermann und weiteren Cover-Titeln bestand. Das war höchstwahrscheinlich auch genau der richtige Weg, um das Stadtfest-Publikum zu begeistern. Dabei versteckte KLARtext das eigene Liedgut auch nicht verschämt zwischen bekannten Hits. Dafür sind die Songs auch viel zu gut, das wissen die Musiker auch. Außerdem haben KLARtext und ihre Lieder schon oft genug unter Beweis gestellt, dass sie absolut livetauglich sind.

Die Melodiefraktion aus Gitarren und Gesang wurde von der präzisen Rhythmusfraktion angetrieben. Enni mit seinem erdigen, groovenden Schlagzeugspiel und Karsten, der einen wohlig grummelnden, brummenden Bass spielte, mauerten wirklich ein sehr tragbares Fundament. Cäsar und Lakki mit ihren Gitarren verputzten dieses Gebilde noch mit harmonischen Melodien. Den letzten Schliff erhielt der KLARtext-„Bau“ durch die Moderationen und den Gesang. Im ersten Drittel des Konzertes setzten die Jungs noch fast ausschließlich auf ihre eigenen Songs („Jäger“, „Die Lust“, „Grüß Gott“, „Der Rock’n Roll bleibt“, „Schatten“, „Abseits“, „Supermann“). Ich wunderte mich zunächst, dass die Band dem Bautzener Publikum gleich am Anfang einige ihrer Favoriten servierte. Das deutete für den KT-Kundigen ganz stark darauf hin, dass die KLARtext’ler an diesem Abend mehr vor hatten. 

Es ging dann aber auch ganz bunt gemischt weiter. Die größte Überraschung war ein neuer Titel aus der bewährten Feder von Gitarrist „Cäsar“ Gerhard Skirl. Der Song heißt „Sehnsucht bleibt“ und ist wieder eine sehr rockige, stampfende Nummer. Mein erster Eindruck von dem Stück ist durchweg positiv. Ich hätte auch nicht erwartet, dass KLARtext 3 Lieder von Six aus Brandenburg covern. Darunter war auch das sehr populäre Stück „Gefallene Engel“. DIE TOTEN HOSEN waren mit „Tage wie diese“ und „Altes Fieber“ im Programm vertreten und es war deutlich zu merken, dass die Jungs seit dem Herbst (Konzert am 03.10.12 am „Partwitzer Hof“) auch an und mit diesen Liedern ordentlich gearbeitet haben. Grönemeyer’s Herbert kam dann mit „Alkohol“ ebenfalls noch zu Ehren. 
Wunderschön interpretiert fand ich auch den PUHDYS-Klassiker „Lied für Anja“.

GERHARD GUNDERMANN gehört seit einigen Jahren bei KLARtext fest ins Programm. 
Das hat nicht nur musikalische Gründe, obwohl diese natürlich einen gehörigen Platz einnehmen und die Musiker auch alle Gundi-Fans sind. GUNDERMANN hat nun mal einige der schönsten und emotionalsten Songs über ein gewandeltes Land und seine Leute überhaupt geschrieben. Es ist gut, dass diese Lieder weiterleben. 
Frontmann Lakki hat mit Gundi im Tagebau gearbeitet. Nach Gundi’s plötzlichem Tod spielte er außerdem einige Zeit als Bassist in der F-Band von Bernd Nitzsche. Bernd war ja ein Weggefährte von GUNDERMANN aus Feuerstein-Tagen, der dann Gundi’s musikalisches Erbe pflegte und auch er musste diese Welt viel zu früh verlassen. Vielleicht singt Lakki deshalb die Gundi-Lieder besonders einfühlsam und berührend. So kommt es mir jedenfalls vor. Nitzsche war auch ein Freund der Band KLARtext und ein gern gesehener Gast bei ihren Muggen in Hoywoy.

Von Gundi hörten wir im Verlaufe der Mugge unter anderem „Menschenmädchen“, Wo soll’n wir hin“, „Herzblatt“, „Alle oder keiner“, und „Nach Haus“. Aber es waren auch noch einige KLARtext- Songs zwischen den ganzen gecoverten Liedern wie zum Beispiel 
„Das Leben ist bunt“, „Biographie“, „Nein warum“, „Trampen nach Süden“ und „Engel aus Eis“ versteckt. Insgesamt haben die Jungs das 2 Stunden dauernde Konzert ungefähr zur Hälfte mit eigenem Liedgut bestritten. Kurz nach 21.00 Uhr setzte der enge Zeitplan KLARtext eine Grenze, denn es stand bereits die nächste Band in den Startlöchern. Aber für eine Verbeugung vor dem Publikum und die Entgegennahme des abschließenden Beifalls reichte es natürlich noch. 


Gruß Kundi

 

Hoyerswerdaer Bands wollen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch treffen

HOYERSWERDA Hoyerswerdas Musikszene rückt zusammen und tauscht sich während eines Musikertreffens aus. Am Wochenende haben sich Interessierte in der Musikkneipe "Das Boot" getroffen, um sich besser kennenzulernen.

Auch das kann bei einem Musikertreffen passieren: Die Band "Klartext", die ihre Wurzeln in Hoyerswerda hat, spielte am Samstagabend zum Musikertreffen im Club "Das Boot" in Hoyerswerda gerade einen Titel, als es durch einen technischen Defekt erst einmal still wurde. Doch die Band ist erfahren genug, um alles wieder auf Null zu stellen, und mit ihrem Deutschrock zu Höchstform aufzulaufen. Mario Lakotta, Frontmann von "Klartext", sagte, dass eigentlich noch zwei Bands beim Musikertreffen auftreten sollten. Aber die "Kapelle Obergeil" und "Immerhin" hatten krankheitsbedingte Ausfälle, die nicht zu kompensieren waren. Doch auch so wurde das Musikertreffen zu dem, was es werden sollte. Jede Menge Musikinteressierte, DJs, ehemalige Musiker, Techniker und Musiker gleich mehrerer Bands waren vor Ort, unter anderem Eiko Alberski von "E.T.", Matthias Höll von "Immerhin", Remo Herkner von der "Kapelle Obergeil" und die Jungs von "Klartext" mit ihren Ehefrauen sowieso. Da wurde auch Wirt Andreas Lange beim Fachsimpeln einbezogen. Es ging nicht nur um die Trends bei Gitarren, Verstärker und andere Musiktechnik sowie um Textideen. Auftrittsorte waren ebenso Thema.

Lange, der in seiner Musikkneipe so manche hochkarätige Veranstaltung durchführte, will gerade für die offiziell etwas staubig gewordene Hoyerswerdaer Musikszene wieder für so manchen musikalischen Farbtupfer sorgen. Er hatte gestandene Musiker wie Claudia Uhle von der Berliner Band "Experience", die schon zehn Millionen Platten verkaufte, im "Das Boot". Bei ihm ist Verständnis und Erfahrung mit Musikevents vorhanden, zumal er mit Eiko Alberski einen Barkeeper beschäftigt, der Gitarrist und Sänger bei der Hoyerswerdaer Band "E.T." ist. Hinzu kommt die viele Jahrzehnte währende Freundschaft mit Remo Herkner, Bassist bei der "Kapelle Obergeil". Die Musikertreffen sind seine Idee. Es begann im Frühjahr 2012 in der Hoyerswerdaer "Börse" und soll sich immer zweimal im Jahr in einer anderen Hoyerswerdaer Kneipe, die musikaufgeschlossen ist, fortsetzen. Am Samstagabend fand das Musikertreffen zum dritten Mal statt.

"Ich glaube, es gibt keine perfekten Musiker, zumindest bin ich keiner. Mir geht es so, dass ich den Erfahrungsaustausch mit anderen brauche", sagt Remo Herkner. Enrico Lakotta, Bandleader von "Klartext" verrät: "Wir waren zu solch einem Treffen schon einmal eingeladen und haben es uns genauestens angeschaut. Uns hat das so gefallen, dass wir heute den musikalischen Hauptpart bestreiten". Remo Herkner verrät die Ziele "seiner" Musikertreffen. "Wir wollen zeigen, dass in Hoyerswerda was los ist, dass es eine Musikszene gibt, deren Musiker sich gegenseitig ergänzen. Wir wollen jungen Bands eine Chance geben, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Uns spukt im Kopf herum, dass es auch zu neuen Bands kommen könnte, wenn erst einmal die nötigen Kontakte geknüpft sind."

Heinz Hirschfeld / hir1